Parlamentarisches Frühstück zum Hessischen Weiterbildungsgesetz
Am 27. Februar 2025 hatten der Hessische Volkshochschulverband und die Freien Träger der Erwachsenenbildung zu einem Parlamentarischen Frühstück nach Wiesbaden ins Restaurant Lumen eingeladen. Zu Gast waren 14 bildungspolitisch engagierte Landtagsabgeordnete, weitere 30 Beteiligte kamen von der Trägerorganisationen.
Zentrales Thema des Austausches war die Novellierung des Hessischen Weiterbildungsgesetzes, die zum 1. Januar 2026 ansteht. In ihren Begrüßungen betonten der Vorsitzende des Landeskuratoriums für Weiterbildung und Lebensbegleitendes Lernen, Uli Wessely, sowie die hvv-Verbandsvorsitzende Heike Habermann die elementare Rolle der Erwachsenenbildung für gelingendes und niedrigschwelliges Lernen über die Schul- und Hochschulzeit hinaus. Daher gelte es, Lebensbegleitendes Lernen angemessen zu finanzieren, forderte im Anschluss Prof. Bernd Käpplinger von der Universität Gießen in einem Impulsbeitrag. Mit 5 Millionen Euro zusätzlicher Finanzierung pro Jahr könne in Hessen aufgrund der Effizienz der Bildungsträger bereits sehr viel bewegt werden, deutlich mehr als mit vielen aufwändigeren Projekten im Bildungssektor, so Käpplinger.
An sieben Tischen erfolgte danach ein angeregter Austausch zwischen der Landespolitik und den Bildungsverantwortlichen. Dabei ging es neben inhaltlichen Fragen auch um Optionen, die wachsenden Aufgaben der Weiterbildung langfristig finanziell abzusichern und merkbar positiv zu entwickeln, und zwar in einem Umfeld, das finanzpolitisch sehr herausfordernd ist. Bildungspolitische Anforderungen und die Finanzausstattung der Träger müssen miteinander korrespondieren - dies wurde von den Trägerorganisationen allseitig vorgetragen. HVV und Freie Träger melden daher erhöhte Finanzbedarfe gegenüber dem Land Hessen an, das bislang einen Sparkurs fahren möchte: die vorgesehene Finanzierung des Landes liegt 2026 bei 2,05 Euro pro Kopf in Hessen pro Jahr mit einem Inflations-Aufwuchs von jährlich 1,5%. Die Träger erachten mindestens 2,51 Euro für notwendig, versehen mit einer jährlichen Steigerungsrate von 3%. Einig waren sich alle Beteiligten, dass Lösungen für eine angemessene Ausstattung der Erwachsenbildung gefunden werden müssen.
Silke Töpfer, Sprecherin der Freien Träger, und Dr. Christoph Köck, hvv-Verbandsdirektor, bedankten sich abschließend für den zielführenden Austausch und kündigten weitere Gespräche mit der Landespolitik im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens an.